Du befindest du hier: »Artikel»Supplemente»Natron (Backpulver) zur Steigerung der sportlichen Performance?
Kann etwas so einfach wie Natron (Backpulver) die Leistung beim Training verbessern?

Natron (Backpulver) zur Steigerung der sportlichen Performance?

Im letzten Artikel ging es darum, wie Beta-Alanin durch die Steigerung des intrazellulären Säurepuffers Carnosin in der Lage ist, die anaerobe Trainingsleistung zu verbessern und damit zu einem besseren Ergebnis in Sachen Muskelaufbau zu führen.

Heute geht es um einen extrazellulären Säurepuffer (d.h. außerhalb der Zelle, nämlich im Blutkreislauf!), der ebenfalls das Potenzial besitzt einen Beitrag zur Abfederung von Stoffwechselprodukten zu leisten – und damit eine vorzeitige Übersäuerung hinauszuzögern.

Um welche Substanz es heute also geht? Frag doch mal deine Mutter! Es geht um Natron aka Sodium Bicarbonat oder auch Natronhydrogencarbonat (NaHCO3) – oder wie es deine Mama nennen würden: Backpulver.




Natron (Natriumhydrogencarbonat): Der günstige Säurepuffer aus deinem Supermarkt

(Bildquelle: Wikimedia / Rainer Z)

Sorgt dafür, dass das Backwerk gut hochgeht: Natron (NaHCO3) kennen die meisten von uns als „Backpulver“ aus der Backabteilung. (Bildquelle: Wikimedia / Rainer Z)

Natron sorgt seit jeher dafür, dass unsere Backware schön hochgeht und fluffig wird, aber nur Wenige wissen, dass es noch einige weitere, sehr coole und faszinierende, Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat. Als Puffersubstanz stellt das „Backpulver“ einen wichtigen Bestandteil des Säure-Basen-Haushalts dar, der u.a. verhindert, dass unser Blut übersäuert.

Oder anders formuliert: Natron ist ein Säureneutralisator .

Aus der Praxis: Wenn dein Magen zu viel Salzsäure produziert…

Vielleicht hast du schon einmal davon gehört (oder es selbst erlebt), das sich manche Menschen über den sogenannten „Reflux“ beschweren – dahinter verbirgt sich das Sodbrennen (Aufstoßen der Salzsäure, die sich im Magen befindet, die in der Folge die Speiseröhre verätzt. Weißt du auch, was man dagegen nimmt, um die Symptome zu lindern? Genau: Bullrich-Salz! Doch das ist im Grunde genommen nichts als Natron.

Natron wird normalerweise im Verdauungstrakt ausgeschüttet, wo es eine schützende Barriere zwischen Magen und Eingeweiden (Duodendum) bildet, so dass diese von der Magensäure nicht angegriffen werden. Produziert dein Körper zu viel Salzsäure, kann es zum Sodbrennen kommen.

Über die Nierengesundheit

Der Körper filtert Stoffwechselprodukte, wie Wasserstoffionen (H+ Ionen) , mit Hilfe von Natron über die Nieren aus [2][3]. Dort wird es quasi recycelt und erneut in den Blutkreislauf überführt, wo es wieder seine altbewährte Tätigkeit aufnehmen kann (nämlich H+ Ionen einfangen). Die abnehmende Produktion von Natriumhydrogencarbonat über die Nieren ist indes ein frühes Anzeichen für einer renalen Erkrankung (oder zumindest abnehmenden und bedenkenswerten Filterfunktion der Nieren) [4][5].

Die Übersäuerung des Organismus kann im Notfall auch durch das Knochenskelett (zumindest teilweise) abgepuffert werden [6][7][8]. Da damit jedoch der Abbau von Knochensubstanz verbunden ist, stellt dies keine langfristige Lösung einer Azidose dar.

Exkurs: Anaerobes Training & Energieproduktion

Intensives Training verbraucht eine ganze Menge Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat). Die lokalen ATP-Vorräte innerhalb der Muskulatur sind aber stark begrenzt – sie halten lediglich für 1-2 Sekunden (und werden nie vollständig geleert, da du sonst ein mächtiges Problem hättest), was im Prinzip nicht einmal für eine einzige Wiederholung beim Bankdrücken ausreichen würde. Damit dir mitten im Satz nicht die Energie ausgeht, gibt es weitere Systeme und Speicher, die für die Bereitstellung von Energie sorgen – eines davon dürftest du als informierter (Kraft-)Sportler bereits gut kennen, nämlich den Creatinphosphatspeicher (CP).

ATP- und Creatinphosphatspeicher bilden das phosphagene System, welches anaerob (und ohne Laktatproduktion – also alaktazid) arbeitet. Dank des Creatins schaffst du also noch 8-12 weitere Sekunden unter der Bank, bevor dich die Kraft verlässt, doch zum Glück gibt es noch die Glykolyse (Abbau von Glykogen), mit deren Hilfe du  für etwa 2-4 weitere Minuten Energie hast, sofern die Belastungsintensität nicht zu überwältigend ist.

Die Glykolyse ist das zweite (von insgesamt 3*) Energiesystemen und sie wird auch als Laktatsäure-System bezeichnet (läuft anaerob ab, doch als Stoffwechselprodukt entsteht Laktat. Besagtes Laktat kann hierbei zu Laktatsäure und je 1 Wasserstoffion (H+ Ion) zerfallen, wodurch das Millieu saurer wird [10][11][12])

(Bildquelle: Wikimedia / Florian Jesse) Muskelarbeit wird durch 3 Energiesysteme gespeist: Das phosphagene System (welches anaerob und alaktazid arbeitet, die anaerobe Glykolyse (die anaerob und laktazid arbeitet) sowie das oxidative System (aerobe Glykolyse & Lipolyse). Bei der aneroben Glykolyse entsteht Lakat, welches zu Laktatsäure und Wasserstoffionen zerfällt – und damit zur Übersäuerung der Muskulatur beiträgt. (Bildquelle: Wikimedia / Florian Jesse)[/caption]

*das Dritte, nämlich das oxidative System, lasse ich jetzt außen vor, da es für das Thema irrelevant ist. Was man aber wissen sollte, ist, dass alle Systeme parallel ablaufen und bereits ab der ersten Sekunde anfangen ihre Arbeit zu verrichten. Sie sind also nicht nachgeschaltet.

Hinsichtlich der Übersäuerung der Muskulatur und der sich daraus ergebenden Implikation bezüglich Training und Performance habe ich die Problematik bereits im Beta-Alanin Artikel geschildert. .

Steigt die Menge der Stoffwechselprodukte (der Säuren…) an, müssen diese gebunden und (über den Blutkreislauf) abtransportiert werden, damit du weitertrainieren kannst. Was innerhalb der Zelle das Carnosin erledigt, tut in der Blutbahn das Natriumhydrogencarbonat.




Natron: Wie wirkt es?

Natron sorgt für einen Anstieg des Serum-Laktatwerts, indem es stabilisierend wird. Damit reduziert es gleichzeitig die Produktion von Laktatsäure und Wassserstoffionen (die beim Zerfall entstehen) . Ein Laktatanstieg in Relation zu Laktatsäure gilt auch als Indikator für Alkalinität des Blutes.

Ein Effekt lässt sich bereits bei einer Dosierung von 0,2g/kg (= 16 Gramm für eine 80 kg schwere Person) bis 0,3g/kg (= 24 Gramm für eine 80 kg schwere Person) mit Leistungssteigerung [13][14][15][16] und ohne [17][18][19][20][21] nachweisen.

Ein solcher positiver Effekt bezüglich der Lakatstabilität lässt sich allerdings nur bei körperlicher Belastung, aber nicht in Ruhe, erreichen [22][23][24][25].

Nach aktuellem Kenntnissstand wirkt Natron (in untrainierten Personen, aber nicht in Trainierten) auch intrazellulär (Anstieg der Laktatkonzentration) um bis zu 72% [1], was eine höhere Glykogennutzung impliziert (was von Studien nachgewiesen wurde, der Anstieg betrug hierbei +16,3% [22]).

Nachgewiesen ist auch, dass sich durch ein akutes Ladeprotokoll (Supplementation von Natron kurzfristig vor Beginn des Trainings) ein Absinken des pH-Werts um 0,8 – 1% (oder: 0,05 – 0,1 pH) reduziert – sowohl in trainierten Sportlern [21][22] als auch untrainierten Menschen [20][26].

Das mag nach nicht besonders viel klingen, aber wenn man sich vor Augen hält, dass der pH-Wert im Blut sehr stark kontrolliert wird (Normalwert: 7,35-7,45) dürfte einem klar werden, in welchen Dimensionen hier zu denken ist.

Natron (Natriumhydrogencarbonat) und Leistungsfähigkeit: Die Studienlage

Natron (Natriumhydrogencarbonat) und Ausdauersport

(Bildquelle: Wikimedia / John Sherwell)

Wo an der Lakatschwelle (oder dadrüber) trainiert wird, kann Natron eine vorzeitige Übersäuerung hinauszögern und damit bei intermittierenden Belastungen die Leistung verbessern. (Bildquelle: Wikimedia / John Sherwell)

Am besten erforscht ist die ergogenische Wirkung infolge einer Ergänzung mit Natron in explosiven und intermittierenden Sportarten. Nehmen wir als Beispiel die Untersuchung von Bishop & Claudius (2005), bei der man die Sprintleistung von 7 Athletinnen mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren untersucht hat.

Die Forscher prüften zuerst die maximale Sauerstoffaufnahme der Studienteilnehmerinnen (den VO2max Wert). 2 Tage später erhielten die Probadinnen entweder das Verum (0,2g Natron pro Kilogramm Körpergewicht) oder ein Placebo. Die Einnahme erfolgte 90 und 20 Minuten vor dem Leistungsstest.

Zur Einschätzung der Wirkung dieser akuten Supplementation absolvierten alle Teilnehmerinnen 2 Wochen später einen identischen Test, nur dass sie diesmal statt Natron das Placebo (wenn sie beim ersten Test das Natron erhielten) oder das Natron statt dem Placebo erhielten (wenn sie beim ersten Test das Placebo erhielten). Auf die Art und Weise wurde sichergestellt, dass jeder Teilnehmer für sich selbst (und seine Leistung) die Kontrollperson gewesen ist.

Der Leistungstest war vom Aufbau her ähnlich einer typischen „Stop-and-Go“ Sportart (wie man es z.B. aus dem Fußball oder Football kennt, wo ein starker Antritt gefordert ist). Es gab also:

    • Einen 2 Minuten Sprint-Block (mit intervallartigen Sprints)
    • Einen All-Out Sprint von 4 Sekunden
    • Gefolgt von einer 100-sekündigen Erholungsperiode
    • Gefolgt von einer 20-sekündigen Ruhephase

Und wie sah das Studienergebnis nun aus? Bei beiden Malen absolvierten die Sportlerinnen eine identische Menge an Arbeit (als Strecke). Wie man es bereits vermuten würde, zeigte sich die Wirkung des Natrons erst im späteren Verlauf des Leistungstests – nämlich dann, wenn die Strapazen der Sprints ihren Tribut forderten und man auch annehmen kann, dass bereits eine ganze Menge an Stoffwechselprodukten angefallen ist.

Die Arbeitskapazität erhöhte sich bei 7 (von insgesamt) 18 Sprints im zweiten Block auf signifikanter Art und Weise [1]. Die Peak Power erhöhte sich sogar bei 8 der 18 Sprints der zweiten Hälfte [1].

In trainierten Radrennfahrer sorgte das akute Laden mit NaHCO3 (0,3g/kg aufgeteilt auf 5 Portionen über 60 Minuten) sowie das chronische Laden (0,4g/kg aufgeteilt auf 3 Portionen pro Tag für 3 Tage) zu einem Anstieg der Peak Power (+2,2 – 3,1%) und dem VO2max Wert (+1,2 – 2%) bei einem 4-minütigen Radtest [21].

Bei einem weiteren Experiment luden Radfahrer ebenfalls mit 0,3g Natron pro Kilogramm Körpergewicht für einen intermittierenden Leistungstest mit Widerstand. Die Supplementation erhöhte die Ausdauerkapazität (Leistung bis zur Erschöpfung) von durchschnittlich 61,5 auf 75,3 [27].

Ein Ladeprotokoll, bei dem Teilnehmer über einen Zeitraum von 5 Tagen 0,5g Natron / kg pro Tag luden, verbesserte die Arbeitsleistung bei 60-sekündigen Leistungstests um bis zu 14,2% [28]

Natron (Natriumhydrogencarbonat) bei Power- und Kraftsportarten

(Bildquelle: Flickr / Navcent)

Studien an trainierten Kraftsportlern haben gezeigt, dass Natron die Anzahl der absolvierten Wiederholungen steigern kann. (Bildquelle: Flickr /Bred Jordan)

In Sportarten, wo es einen Fokus auf körperliche Kraft gibt, könnte Natron ebenfalls zu einer Verbesserung der Leistung führen. Lidor und Kollegen (2005) simulierten beispielsweise einen Judo-Test (SJFT), bei dem die Teilnehmer u.a. ihren Gegner werfen müssen. Die Einnahme von Natron bei einer Dosierung von 0,3g/kg erhöhte die Anzahl der Würfe um 5,1 % [29].

Portington und Kollegen (1998) untersuchten die Auswirkungen der Natron Supplementation bei 15 jungen männlichen Probanden, die 105 Minuten vor dem Training (5 Maximalsätze beim Leg Press) entweder 0,3g/kg Natron oder ein Placebo (Mehl) erhielten. Die Intensität wurde für jeden Teilnehmer auf 12 RM eingestellt.

Durch die Supplementation mit Natron konnte zwar eine signifikante Erhöhung des pH- und Laktat ermittelt werden, doch blieb eine Leistungssteigerung aus (beide Gruppen absolvierten eine nahezu identische Anzahl an Wiederholungen in 5 Sätzen Leg Press) [30]

Eine aktuellere Untersuchung ist jene von Carr und Kollegen (2013), bei der die Supplementation mit Natron hinsichtlich Hypertrophie im Unterkörper infolge von Kraftsport analysiert werden sollte. Hierzu rekrutierte man 12 trainingserprobte Männer (Durchschnittsalter: 20,3 Jahre, 88 kg, 1.80m) und gab ihnen entweder Natron (0,3g/kg) oder ein Placebo) rund 60 Minuten vor dem Beintraining.

Die Teilnehmer der Studie absolvierten Kniebeugen (SQ), Leg Press (LP) und Leg Extensions (KE) bei einer Intensität von 10-12 RM und kurzzeitigen Pausen zwischen den Sätzen. Die Trainingsperformance wurde anhand der absolvierten Wiederholungen festgemacht, die am Ende jeweils pro Übung als auch absolut betrachtet wurden.

Natron Supplementation verbessert absolute Anzahl durchgeführter Wiederholungen in trainierten Athleten

Leistungssteigernder Effekt von Natron (NaHCO3) ggü. Placebo bei trainingserprobten Kraftsportlern. (Bildquelle: Ergo-Log.com / Carr et al. (2013))

Eine Supplementation mit NaHCO3 resultierte in einem alkalinen Zustand sowie eine Erhöhung des Laktat-Werts in den Probanden (17,92 (NaHCO3) Vs. 15,55 (Placebo), die das Natron erhielten und sorgte für eine signifikante Erhöhung der absolvierten Wiederholungen (absolut), nämlich 139,8 (NaHCO3) Vs. 133,4 (Placebo) [31].

Bei einem weiteren randomisierten, Cross-Over Doppelblind-Versuch rekrutierten Duncan/Weldon/Price (2014) 8 trainingserprobte Männer. Untersucht wurde die Auswirkung der Natron Supplementation beim Kniebeugen und Bankdrücken bis zur Erschöpfung. (Cross-Over heißt, dass jeder Teilnehmer je einmal das Placebo und einmal das Verum erhielt, wobei 48 Stunden zwischen den Experimenten lagen.)

Als Placebo verwendete man Salz, welches geschmacklich ähnlich ist, wie Natron. Die Studienteilnehmer erhielten 60 Minuten pre-workout entweder Natron (0,3g/kg) oder das Placebo (0,045g/kg). Absolviert wurden je 3 Sätze auf der Bank und beim Kniebeugen bei 80% des 1 RM bis zum Versagen.

Natron Supplementation verbessert die Anzahl durchgeführter Wiederholungen beim Kniebeugen in trainierten Athleten

Leistungssteigernder Effekt von Natron (NaHCO3) ggü. Placebo – allerdings nur beim Beugen, nicht jedoch beim Bankdrücken. Die Übungen wurden nacheinander durchgeführt. (Bildquelle: Ergo-log.com / Duncan et al. (2014))

Das Ergebnis? Jene Teilnehmer, die beim Experiment das Natron erhielten, steigerten ihre Anzahl beim Kniebeugen signifikant (jedoch nicht beim Bankdrücken) [32].

    • Gesamte Wiederholungen beim Beugen: 31,3 (NaHCO3) Vs. 24,6 (Placebo)
    • Gesamte Wiederholungen beim Bankdrücken: 28.7 (NaHCO3) Vs. 26.7 (Placebo)




Creatin + Natron = synergistische Wirkung?

Mero und Kollegen (2004) zeigten die leistungssteigernde Wirkung einer Kombination von Creatin mit Natron in 16 Schwimmern. Die Teilnehmer erhielten hierfür über einen Zeitraum von 6 Tagen rund 20g Creatin/Tag. Am siebten Tag nahmen die Athleten entweder ein Placebo oder Natron (0,3g/kg) innerhalb von 2 Stunden vor dem Warm-Up für einen Leistungstest ein (2x 100m Freestyle-Schwimmen auf Maximum mit 10 Minuten Erholung zwischen den „Sprints“).

Dieses Experiment wurde 30 Tage später noch einmal wiederholt, nur dass diesmal die Teilnehmer, die beim ersten Mal das Natron erhalten haben nun das Placebo bekamen – und vice versa.

Das Ergebnis? Die Schwimmer konnten ihre Zeit um 0,9 Sekunden auf signifikantem Niveau verbessern, wenn sie vorher das Natron erhalten hatten (ggü. Placebo) [33].

Dass die Kombi aus Creatin und Natron einen synergistischen Effekt entfaltet, zeigte Barber (2013) in einem Experiment mit 13 männlichen fitten Kandidaten in einem Cycling-Test. Dieser Test fand 3 Mal statt, wobei die Teilnehmer bei jedem Mal 10-sekündige „All Out“-Sprints auf einem Ergometer durchführen mussten (dazwischen konnten sie zur Erholung langsam treten).

Die Teilnehmer erhielten 2 Tage vor dem Test entweder

    • Ein Placebo
    • 20g Creatin/Tag
    • 20g Creatin + 0,5g/kg Natron

Die Einnahme des Pulvers (mit 2 Glas Wasser) wurde auf die Tageszeit standardisiert und erfolgt um 9, 12, 18 und 22 Uhr.

Creatin + Natron = synergistischer Effekt und höhere Peak Power beim Cycling

Creatin ist gut. Creatin + Natron ist besser: Steigerung des Peak Power Outputs infolge einer Natron Supplementation (NaHCO3) in Kombination mit Creatin ggü. Placebo und Creatin allein in Ausdauersportlern. (Bildquelle: Ergo-Log.com / Barber (2013))

Die 3 besten Supplemente zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit

Der Markt ist überschwemmt mit Nahrungsergänzungsmitteln und jedes Jahr kommen.. Weiterlesen

Wie man vielleicht erwarten konnte, verbesserte die bloße Einnahme von Creatin die Peak Power der Teilnehmer (was eine logische Konsequenz der besseren energetischen Versorgung ist). Erstaunlich war jedoch, dass die Kombi aus Creatin und Natron – ggü. Der Creatinergänzung allein – noch eine Schippe drauflegte:

[Durch die Nutzung einer bequemen, akuten 2-Tages-Ergänzung aus Creatin und Natriumhydrogencarbonat konnten wir eine Erhöhung in der relativen Peak Power (+7%) während sich wiederholender Sprints beobachten. Dies mag zwar minimal anmuten, doch es könnte eine profunde Auswirkung hinsichtlich der Erhöhung der Performance in hochintensiven Belastungen unter realen Wettbewerbsbedingungen bedeuten.

Auf Elite- oder College-Niveau entscheiden Sekunden (oder weniger) über den Sieg bei einem Wettkampf, wobei eine 7% Steigerung des Power Outputs eine entscheidende Rolle im Endergebnis spielen könnte.] – Barber (2013)

Beta-Alanin + Natron = bessere Ruderperformance

Eine chronische Ergänzung mit Beta-Alanin in Kombination mit einer akuten (pre-workout) Supplementation mit Natron (0,3g/kg) verbessert die Performance in 22 trainierten Ruderen auf eine Distanz von 2.000m.  (Bildquelle: Ergo-Log.com / Hobson (2013))

Natron (Natriumhydrogencarbonat): Einnahme & Dosierung

Bevor du in den nächsten Supermarkt rennst und dir eine Packung Kaiser-Natron besorgst, solltest du den nun folgenden Absatz gewissenhaft durchlesen (er könnte sich als sehr nützlich erweisen und dir Leid ersparen).

Die Dosierung von 0,3 – 0,4 (oder gar 0,5g) pro Kilogramm Körpergewicht ist, als einzelne Portion, nicht ohne und kann bei vielen Personen zu Magengrummeln, Unwohlsein/Übelkeit und Durchfall (wenn auf nüchternen Magen eingenommen). Diese Symptome können bis zu 60-90 Minuten nach der Einnahme erfolgen, folglich würde jeglicher ergogenische Effekt durch ein ungutes Gefühl zu Nichte gemacht werden [22]. (Eine nebenwirkungsärmere Alternative könnte Natriumcitrat darstellen)

Es gibt nun zwei Möglichkeiten, um derartige Probleme zu umgehen oder zu minimieren:

    1. Die absolute Menge wird auf mehrere kleine Gaben verteilt. Die Einnahme erfolgt in einem Zeitfenster von 60-90 Minuten pre-workout.
    2. Du lädst es im Tagesverlauf (z.B. 0,1g/kg alle 3-4 Stunden) und nimmst es zu den Mahlzeiten ein.

    In beiden Fällen ist es ratsam mit kleineren Mengen anzufangen und sich an die typische Dosis von 0,3-0,5g/kg heranzutaten. Das heißt: Toleranzermittlung! Nimm das Natron mit reichlich Wasser zu dir (min. 500ml Wasser) und beobachte dann deine Trainingsleistung. Wenn du die angestrebten Mengen nicht verträgst, solltest du von der Ergänzung Abstand nehmen – nicht jeder verträgt es.

    Achtung: Natriumhydrogencarbonat enthält, wie der Name impliziert, Natrium – also SALZ. Es besteht in etwa zu 27,3% daraus, was bedeutet, dass du pro 100mg/kg (0,1g/kg) auch 27mg/kg an Salz aufnimmst. Diese Info dürfte vor allem für all jene wichtig sein, die a.) auf eine salzarme Ernährung achten und b.) mit Bluthochdruck zu kämpfen haben.

    Die Dosierempfehlungen pro kg gelten prinzipiell nur für Menschen, die nicht besonders adipös sind. Ein hoher KFA (und damit ein übertrieben hohes Körpergewicht) führt vermutlich zu einer zu hohen Einschätzung der benötigten Dosierung. Du solltest hier eher vom Idealgewicht ausgehen.




    Abschließende Worte

    Beta-Alanin: Höhere Trainingsleistung, besserer Muskelaufbau?

    Neben Creatin, Fischöl, Vitamin D3 und Zink schafft es Beta-Alanin.. Weiterlesen

    Backpulver ist billig und in jedem Supermarkt zu kriegen (Backabteilung). Es gibt zahlreiche Studien die einen leistungssteigernden Effekt nachweisen, allerdings gibt es auch viele Experimente, wo ein positiver Effekt ausgeblieben ist.

    Weitere Experimente zeigen auf, dass es ggf. eine synergistische Wirkung zu Creatin, Beta-Alanin [19][33][34] und Koffein [35] gibt. Mit einer Dosierung von 0,3 – 0,5g/kg ist die aufgenommene Menge schon recht hoch und für Personen, die unter Bluthochdruck leiden oder salz-sensitiv sind, nicht zu empfehlen.

    Ob du mit Natron experimentieren solltest oder nicht, liegt an dir (und der Sportart, die du praktizierst). Ich bin mir nicht sicher, ob die Ergänzung (und ggf. damit verbundene Nebenwirkungen wie Unwohlsein) den Aufwand rechtfertigt, sofern du nicht an Wettkämpfen teilnimmst, wo es um Sekunden geht.

    Leider gibt es nicht sehr viele Studien, welche die Ergänzung im Kontext des Kraftsports (Leistung & Hypertrophie) untersucht haben, weshalb weitere Forschung in dem Bereich wünschenswert wäre. Ein leichter positiver Trend zeichnet sich beim Training bis zur Erschöpfung ab, was die Menge der absolvierten Wiederholungen im Zweifelsfalls erhöhen (und damit zu einem intensiveren Training beitragen) könnte. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert.

    Mein Tipp als Bezugsquelle: Russische Lebensmittelgeschäfte verkaufen Natron oftmals in 500g Verpackungseinheiten für wenige Euro (2 €?). Alternativ gibts das Ganze auch bei Amazon (für die Bewegungsfaulen unter uns): Für einen handlichen 1kg Pott Natron zahlst du etwas mehr als 5 Euro.

    Quellen (Draufklicken zum Ausklappen)

    [1] Bishop, D. / Claudius, B (2005): Effects of induced metabolic alkalosis on prolonged intermittent-sprint performance. In: Medicine and Science in Sports and Exercise. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15r870629.

    [2] Ring, T. / Frische, S. / Nielsen, S. (2005): Clinical review: Renal tubular acidosis – a physicochemical approach. In: Crit Care. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1414010/.

    [3] Golembiewska, E. / Ciechanowski, K. (2012): Renal tubular acidosis–underrated problem. In: Acta Biochim Pol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22693689.

    [4] Schwartz, WB., et al. (1959): On the mechanism of acidosis in chronic renal disease. In: J Clin Invest. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/13620770.

    [5] Frassetto, LA. / Morris, RC. Jr. (1996): Sebastian A Effect of age on blood acid-base composition in adult humans: role of age-related renal functional decline. In: Am J Physiol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8997384.

    [6] Goodman, AD., et al. (1965): Production, Excretion, and Net Balance of Fixed Acid in Patients with Renal Acidosis. In: J Clin Invest. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14278166.

    [7] Lemann, J. Jr. / Bushinsky, DA. / Hamm, LL. (2003): Bone buffering of acid and base in humans. In: Am J Physiol Renal Physiol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14532161.

    [8] Kraut, JA. (2000): Disturbances of acid-base balance and bone disease in end-stage renal disease. In: Semin Dial. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10923356.

    [9] Allen, A. / Flemström, G. (2005): Gastroduodenal mucus bicarbonate barrier: protection against acid and pepsin. In: Am J Physiol Cell Physiol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15591243.

    [10] Davis, JA. (1985): Anaerobic threshold: review of the concept and directions for future research. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3884961.

    [11] Sahlin, K., et al. (1978): Acid-base balance in blood during exhaustive bicycle exercise and the following recovery period. In: Acta Physiol Scand. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31062.

    [12] Osnes, JB. / Hermansen, L. (1972): Acid-base balance after maximal exercise of short duration. In: J Appl Physiol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/5007019.

    [13] Carr, AJ. / Gore, CJ. / Dawson, B. (2011): Induced alkalosis and caffeine supplementation: effects on 2,000-m rowing performance. In: Int J Sport Nutr Exerc Metab. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21799214.

    [14] Kupcis, PD., et al. (2012): Influence of sodium bicarbonate on performance and hydration in lightweight rowing. In: Int J Sports Physiol Perform. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21941012.

    [15] Cameron, SL., et al. (2010): Increased blood pH but not performance with sodium bicarbonate supplementation in elite rugby union players. In: Int J Sport Nutr Exerc Metab. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20739719.

    [16] Vanhatalo, A., et al. (2010): Effect of induced alkalosis on the power-duration relationship of „all-out“ exercise. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19952817.

    [17] Kilding, AE. / Overton, C. / Gleave, J. (2012): Effects of caffeine, sodium bicarbonate, and their combined ingestion on high-intensity cycling performance. Int J Sport Nutr Exerc Metab. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22693238.

    [18] Volianitis, S., et al. (2011): Plasma pH does not influence the cerebral metabolic ratio during maximal whole body exercise. J Physiol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21098003.

    [19] Sale, C., et al. (2011): Effect of β-alanine plus sodium bicarbonate on high-intensity cycling capacity. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21407127.

    [20] Douroudos, II., et al. (2006):            Dose-related effects of prolonged NaHCO3 ingestion during high-intensity exercise. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17019296.

    [21] Driller, MW., et al. (2012): The effects of serial and acute NaHCO3 loading in well-trained cyclists. In: J Strength Cond Res. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23001395.

    [22] Stephens, TJ., et al. (2002): Effect of sodium bicarbonate on muscle metabolism during intense endurance cycling. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11932569.

    [23] Gaitanos, GC., et al. (1991): Repeated bouts of sprint running after induced alkalosis. In: J Sports Sci. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1664869.

    [24] Costill, DL., et al. (1984): Acid-base balance during repeated bouts of exercise: influence of HCO3. In: Int J Sports Med. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6094373.

    [25] Bishop, D., et al. (2004): Induced metabolic alkalosis affects muscle metabolism and repeated-sprint ability. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15126714.

    [26] Price, MJ., Simons, C. (2010): The effect of sodium bicarbonate ingestion on high-intensity intermittent running and subsequent performance. In: J Strength Cond Res. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20555273.

    [27] Bouissou, P., et al. (1988): Metabolic and blood catecholamine responses to exercise during alkalosis. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3386500.

    [28] McNaughton, L., et al. (1999): Effects of chronic bicarbonate ingestion on the performance of high-intensity work. In: Eur J Appl Physiol Occup Physiol. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10483803.

    [29] Lidor, R., et al. (2005): Measurement of talent in judo using a unique, judo-specific ability test. In: J Sports Med Phys Fitness. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16208288.

    [30] Portington, KJ., et al. (1998): Effect of induced alkalosis on exhaustive leg press performance. In: Med Sci Sports Exerc. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9565933.

    [31] Carr, BM., et al. (2013): Sodium bicarbonate supplementation improves hypertrophy-type resistance exercise performance. In: Eur J Appl Physiol. URL:  http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22941193.

    [32] Duncan, MJ. / Weldon, A. / Price, MJ. (2014): The effect of sodium bicarbonate ingestion on back squat and bench press exercise to failure. In: J Strength Cond Res. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24126895.

    [33] Mero, AA., et al. (2004): Combined creatine and sodium bicarbonate supplementation enhances interval swimming. In: J Strength Cond Res. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15142001.

    [34] Barber, JJ., et al. (2013): Effects of combined creatine and sodium bicarbonate supplementation on repeated sprint performance in trained men. In: The Journal of Strength & Conditioning Research. URL: http://digitalcommons.calpoly.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1405&context=theses.

    [35] Kilding, AE. / Overton, C. / Gleave, J. (2012): Effects of caffeine, sodium bicarbonate, and their combined ingestion on high-intensity cycling performance. In: Int J Sport Nutr Exerc Metab. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22693238.

    Du möchtest über das Thema diskutieren? Dann hinterlasse einen Kommentar und teile mir und anderen Lesern deine Eindrücke mit oder diskutiere in unserem Forum mit..
    Du fandest den Artikel informativ und würdest gerne mehr von solchen frei verfügbaren Artikeln auf dieser Seite haben?

    Unterstütze FurorGermanicus.de, indem du mir auf Facebook folgst, den Artikel in den Sozialen Medien teilst, eine kleine Spende hinterlässt und/oder deine Supplemente über diesen Link bei Myprotein.com kaufst (Aktuelle Rabatt-Gutscheine findest du hier). Dadurch erhält die Seite eine kleine Vermittlungsprovision, ohne dass für dich dabei Mehrkosten entstehen. Du verlierst dadurch also Nichts.

    Bitte bedenke: Das Ausarbeiten, Schreiben und Recherchieren ist sehr arbeits- und zeitaufwändig. Die erzielten Erlöse werden dafür aufgewendet, um neuen Content bereitzustellen und die Lese-Erfahrung zu verbessern.

    Bildquelle: Titelbild: Pixabay.com / EvolvingScenes




    Verwandte Artikel

    Hinterlasse deinen Kommentar

    Your Name: (required)

    E-Mail: (required)

    Website: (not required)

    Message: (required)

    Kommentar abschicken