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Heißhunger & Heißhungerattacken: Bist du betroffen? Was ist die Ursache und wie kannst du das Problem lösen?

Heißhunger stoppen: Ursache, Wirkung und Lösung

Suchst du nach einem Weg um Heißhunger zu stoppen? Vielleicht kommt dir das Szenario ja bekannt vor: Du versuchst deine Ernährung auf „gesund“ umzustellen oder startest voller Motivation in einer Diät, wobei du der festen Überzeugung bist, dass es diesmal ein für alle Mal klappen wird. Und die ersten Tage laufen sogar wie am Schnürchen, doch je mehr Tage vergehen, desto stärker wird das Verlangen.

Vielleicht kommt dir die Situation einfach nur ungewohnt vor, weil du auf bestimmte Lebensmittel verzichtest, die du sonst regelmäßig verzehrt hast. Aber vielleicht ist es auch die Langeweile, die dich auf dumme Gedanken bringt. Es kann aber auch der Stress im Alltag sein oder die Tatsache, dass in anderen Lebensbereichen Probleme auftreten und du schlechte Laune hast. Bei hart Trainierenden, die die Kalorienzufuhr mehr oder weniger stark drosseln, schleicht sich auch Müdigkeit und Erschöpfung ein – du fühlst dich ausgelaugt und leer.

Du fragst dich vielleicht: Worauf will der Knilch jetzt hinaus? Die Antwort: All diese Dinge können Heißhunger herbeiführen und in Kombination sogar verstärken.




Ein zuckersüßer Teufelskreislauf

(Bildquelle: DeviantArt / eliantART)

Unterzucker (schnell sinkender Blutzucker) führt zu Schweißausbrüchen, Zittrigkeit, Hirnnebel und eine Ohnmachtsgefühlen – dahinter verbirgt sich ein raffinierter Schutzmechanismus des Körpers, der durch die heutige zuckerhaltige Ernährung „gefördert“ wird. (Bildquelle: DeviantArt / eliantART)

Die meisten von uns können Heißhunger für eine gewisse Zeit widerstehen, doch die Disziplin hat ihre Grenzen. Je stressiger der Alltag und je mehr schwierige Entscheidungen du treffen musst, desto weniger Willenskraft bleibt übrig, um den süßen Verlockungen zu widerstehen.

In seinem Buch Die Macht der Disziplin erklärt Psychologe Roy Baumeister, welchen Einfluss Stress und Blutzuckerspiegel auf unser Ernährungsverhalten haben. Ausgehend davon lautet die Frage nicht „ob“, sondern lediglich „wann“ – diese Heißhungeranfälle fallen umso dramatischer und hochfrequenter aus, je stärker verarbeitet deine tägliche Nahrung ist.

Das macht Sinn, denn stark gezuckerte Produkte und einfache Kohlenhydrate bedingten einen rapiden Anstieg des Blutzuckerspiegels, der durch deine hohe Insulinausschüttung kompensiert wird. Dadurch fällt der Blutzuckerspiegel überdurchschnittlich stark ab, es kommt zum sogenannten „Unterzucker“ (energetische Unterversorgung), der ein Verlangen nach eben diesen Produkten (zucker- und kohlenhydratreich) verstärkt – in den meisten Fällen erliegen Menschen eine „Kurzschlussreaktion“ – und ehe du dich versiehst, sitzt du kuchen- und keksemampfend in der Küche, und ziehst dir all die Sachen auf Sicht rein.

Know Your Enemy: Heißhunger hat 2 Gesichter

Grundsätzlich lässt sich Heißhunger in zwei Typen unterteilen: Das wäre zum einen der besagte Heißhunger, wie er aus einer Abhängigkeit von Kohlenhydraten heraus resultiert, obwohl de facto kein (langfristiges) Kaloriendefizit vorliegt und zum anderen ein Heißhunger, der durch eine zu restriktive Ernährung – ein zu großes Kaloriendefizit – aufgebaut wird.

Diese Unterscheidung ist überaus wichtig (und sinnvoll), da hier andere Ursachen am Werk sind und in der Regel auch andere Personengruppen betroffen sind.

Das Vorgeplänkel ist nötig, damit du verstehst, dass diese Gelüste nach Süßem ihre Ursache haben und Heißhunger nicht so einfach als „Phänomen“ abgetan werden sollte. Je nachdem von welchem Typ du betroffen bist, gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um sich davon zu heilen.

Heißhunger Typ 1: Akuter Energiemangel

(Bildquelle: Flickr / Vic)

Emotionales Essen ist ein Problem in der heutigen Gesellschaft. Das Essen von Zuckerhaltigem und Süßigkeiten sind die einfachste Methode, um mit Langeweile, Stress und Lethargie fertig zu werden. Langfristig führt die Strategie in eine Sackgasse. (Bildquelle: Flickr / Vic)

Bei ersterem sorgt das Auf und Ab es Blutzucker- und Insulinspiegels dafür, dass akute Energieengpässe auftreten, die der Körper zu vermeiden versucht, indem er das Hungersignal verstärkt (dies betrifft vor allem das Nervensystem/Gehirn, welches auf eine stetig Zufuhr an Glukose – und damit einen stabilen Blutzucker – angewiesen ist). Betroffen sind vor allem jene, die sich stark kohlenhydrathaltig ernähren und Zucker stellenweise auch als psychische Bewältigungsstrategie missbrauchen (Stress, Langeweile, Belohnung, gegen Müdigkeit).

Durch den Zuckerschub verschaffen sich Betroffene nicht nur neue Energie, sondern auch ihre persönliche „Dröhnung“. Der Zuckerrausch stimuliert das Belohnungszentrum, den Nucleus Accumbens (NAc), wodurch große Mengen an Acetylcholin und Dopamin (Glückshormon) ausgeschüttet wird [4][5][8], was dazu führt, dass Menschen eine Art von Suchtverhalten entwickeln. Im Gehirn wirkt Zucker damit ähnlich wie Koks, Heroin und Morphin, da es an identische Rezeptoren („Opiod-Rezeptoren“) andockt [5][6]. Oder um es anders zu formulieren: Kohlenhydrate machen glücklich [2][7].

Wenn dieses Glück fehlt oder der betroffene Mensch zu viel Stress und schlechte Laune hat, greift der instinktiv zu Süßigkeiten und zuckerreichen Produkten, um sich einen „quick fix“ zu verschaffen. Für diese Menschen sind Kohlenhydrate tatsächlich so etwas wie Kryptonit.

Dieser „Heißhunger“ hat mit Hunger im herkömmlichen Sinne nicht viel zu tun, denn die meisten Personen, die davon betroffen sind, ernähren sich weder defizitär (kein Kalorienminus) noch mangelt es dem Körper an Energiereserven (Körperfett).

Die Lösung für Heißhunger Typ 1

(Bildquelle: Pixabay / HebiFot)

Zucker wirkt im Gehirn ähnlich wie Drogen und Alkohol – und kann zur Sucht werden. (Bildquelle: Pixabay / HebiFot)

Vielleicht hast du es ja schon geahnt: Bei Heißhunger Typ 1 sieht die Lösung ähnlich aus, wie bei einem Drogensüchtigen – nämlich Entzug.

Damit meine ich sicherlich nicht, dass du komplett auf Kohlenhydrate verzichten musst, sondern lediglich, dass du eine andere Ernährungsstrategie wählen musst. Falls deine Ernährung also bis dato aus hochverarbeiteten Produkten (Fast Food, Industrieware) und viel Süßkram bestand, geht es darum, sich vollwertig und natürlich zu ernähren.

Eine möglichst unverarbeitete proteinreiche, gemüselastige und fettbetonte Ernährung wird dir auf lange Sicht dabei helfen, denn Blutzuckerspiegel zu stabilisieren, die Insulinsensitivität zu verbessern und das schädliche Verhalten, den Griff zu zuckerhaltigen Produkten als kurzfristige Lösung, zu eliminieren.

Dies mag zu Beginn sehr schwierig sein, da deine Geschmacksknospen desensibilisiert sind und „natürliche Nahrung“ sehr fade schmecken wird (hier helfen Gewürze). Erschwerend kommt hinzu, dass erlerntes Verhalten und eingefahrene Gewohnheiten nicht so ohne Weiteres abgelegt werden können – das heißt: Du wirst immer noch mit Stress, Langeweile und Müdigkeit konfrontiert werden. Das bedeutet automatisch, dass du an Junk Food und Süßigkeiten als schnelles Lösungsmittel denken wirst. Doch diesem Verlangen darfst du nicht nachgeben. Stattdessen musst du alternative Mittel und Wege (Ablenkungen und Rituale) finden, um solche Momente zu überstehen (4 praktische Tipps gegen auftretenden Heißhunger werde ich in einem nachfolgenden Artikel nachreichen – das würde hier den Rahmen sprengen).

Dieses latente Verlangen ist nur temporärer Natur und es wird abebben, je länger du ihm widerstehst und dich dabei gesund und natürlich ernährst. Irgendwann kommt der Moment (rechne mit 21 Tagen), wo du deine Abhängigkeit nach schnellem Zucker komplett abgelegt haben wirst.

Musst du in der Zukunft komplett auf Süßigkeiten, Kuchen und Co. verzichten? Nein, solange du ausreichend Kalorien, Vitamine und Mineralstoffe über deine tägliche Nahrung aufnimmst und die Menge an außerplanmäßigen Leckereien im Auge behältst, sollte das kein Problem sein.

Lerne, solche Kleinigkeiten zu genießen und mache sie zu etwas Besonderem, anstatt zu etwas Alltäglichem.




Heißhunger Typ 2: Chronischer Energiemangel

Bei diesem Heißhunger Typ geht es primär darum Bei einenchronischen Energieenpass zu vermeiden. Dies passiert beispielsweise, wenn der Körper systematisch ausgehungert wird (wie bei einer Crash-Diät oder einer Hungerkatastrophe) und die Kalorienaufnahme über Tage und Wochen auf einem unverhältnismäßigem Level fixiert wird.

Je niedriger die Körperfettspiegel hierbei sinken und die Fettzellen geleert werden, desto stärker wird das Verlangen – bis es irgendwann so stark ist, dass du ihm nicht mehr widerstehen kannst (solche „schwachen Momente“ haben wir alle irgendwann; wer sich schon mal auf einen Bodybuilding-Wettkampf vorbereitet hat, der wird davon sicher ein Liedchen singen können).

Von dieser Art des Heißhungers sind meist jene betroffen, die sich in der Ernährung sehr stark einschränken, z.B. ganze Lebensmittelgruppen vom Speiseplan streichen und harte Diäten fahren (großes Kaloriendefizit von +1000 kcal über Tage und Wochen).

Dieser Typ des „Heißhungers“ hat tatsächlich etwas mit Hunger zu tun, denn es ein Mechanismus des Körpers von vielen, der das Überleben (und zu starke Absinken von Energievorräten) verhindern soll. Menschen, die schier ungeheure Mengen an Gewicht (Fett) verloren haben, berichten noch viele Monate nach Beendigung einer solchen Diät von einem nahezu unmenschlichem und überproportionalem Hunger. Das hängt im Wesentlichen mit dem Set-Point des Körpers und seiner Bestrebung zusammen, bei der es um die Wiederherstellung des Status Quo geht.

Diese Menschen sind noch für lange Zeit „heißhungergefährdet“ und müssen daher überaus vorsichtig sein, um nicht in zu kurzer Zeit zu viel an Gewicht wieder zuzulegen (Jojo-Effekt).

Die Lösung für Heißhunger Typ 2

(Bildquelle: Flickr / istoletheTV)

Beim Wettkampf-Bodybuilding nichts Neues: Zu wenig Kalorien und ein stetig sinkender Körperfettanteil steigern den Hunger – bis ins Unermeßliche. (Bildquelle: Flickr / istoletheTV)

Dieses Szenario haben wir vor kurzem erst in einem Aesir Sports Artikel durchgespielt, den ich dir an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte – und er betrifft vor allem Frauen (kann aber auch für Männer nützlich sein): „Joghurt ist keine Mahlzeit“.

Die Ursache für diesen Heißhungertyp ist schnell gefunden: Kalorienmangel. Auch wenn klar ist, dass spezifische Nährstoffmängel (Vitamine und Mineralien, aber auch Fette und Proteine) zu einem selektiven Heißhunger nach Lebensmitteln fördert, die reich an den fehlenden Nährstoffen sind, so sind permanent wiederkehrenden Heißhungeranfälle in der Regel ein klares Signal dafür, dass du deinem Körper zu viel in zu kurzer Zeit zumindest (ein zu großes Kaloriendefizit über einen Zeitraum X).

„Über einen Zeitraum X“ deswegen, weil sich das auf zwei Wege realisieren lässt:

    • Über wenige Tage ein massives Kaloriendefizit fahren (+1.000 kcal)
    • Über Wochen und Monate ein geringeres Kaloriendefizit fahren (~300-500 kcal)

Wenn du den Faktor Zeit und damit die energetische Situation deines Körpers in deine Rechnung einbeziehst, wird deutlich, dass ein Defizit von 81.000 Kilokalorien (10 kg Fett) über 10 Wochen ein deutliches Signal für deinen Körper ist, dass eine Nahrungsmittelknappheit vorliegt (niemand nimmt normalerweise so einfach 5-10 kg oder mehr ab). Aus diesem Grund tritt der Heißhunger in diesem Fall auch latent auf und verstärkt sich über die Zeit – nämlich je mehr Gewicht du verloren hast, desto größer wird das Hungersignal.

Wenn du dagegen von heute auf morgen ein massives Defizit einhältst, erfolgt die Reaktion (Heißhunger) schneller, weil die Situation auch „drastischer“ für den Körper anmutet (denke „langsames verhungern“ Vs. „schnelles Verhungern“ – bei letzterem sollte man nicht zu lange fackeln).

Heißhunger im Kontext der Diät

(Bildquelle: Pixabay / PublicDomainPictures)

Da hat sie gut lachen – aber für wie lange? Äpfel sind ein gesunder Snack, aber sie sind keine gute Mahlzeit. Wenn deine Diät nur daraus besteht und deine Tageskalorienbilanz entsprechend ausfällt, sind Heißhungerattacken vorprogrammiert. (Bildquelle: Pixabay / PublicDomainPictures)

Im Optimalfall wirst du in einer Diät mit der ersten Situation konfrontiert – nur so kannst du darauf hoffen vernünftig abzunehmen. Indem du ein kleines Defizit wählst, wird der Körper nicht unmittelbaren Handlungsbedarf sehen.

Schwankungen in der Verfügbarkeit von Nahrung kennt der menschliche Körper sehr gut, denn bis vor wenigen Jahren gab es so etwas wie ein „Lebensmittelüberangebot“ für ihn nicht. Daher kommt der Körper sehr gut mit Perioden geringerer Kalorienaufnahme klar, wenn diese von Perioden mit größerer Kalorienaufnahme abgelöst werden.

Aus diesem Grund würde ich auch niemandem empfehlen seine Diät mit einem massiven Kaloriendefizit zu beginnen, denn je drastischer du zu Werke gehst, desto massiver fällt die Gegenreaktion des Körpers (Heißhunger) aus (Kennst du die Geschichte mit dem Kochtopf und dem Frosch? Wirf einen Frosch in heißes Wasser und er springt heraus. Setz ihn in einen Topf mit kaltem Wasser und erhitze es langsam, und er wird darin gekocht).

    • Arbeite mit fest eingeplanten, sauberen Refeeds (oder Cheat Meals) um einen Essanfall mit Kontrollverlust zu vermeiden (die isokalorisch* bis leicht hyperkalorisch** ausfallen).
    • Wenn du dich in einem Teufelskreislauf befindest, bei dem du alle paar Tage das Verlangen danach bekommst ein paar Eisbehälter und Torten zu plätten und es dadurch zu ausbleibenden Fortschritten kommt, dann lautet die Lösung: Geh mit den Kalorien höher. Das Defizit ist zu groß.
    • Denke eventuell über eine strategische Diätpause nach, wenn du schon länger als 8-12 Wochen auf Diät bist.

*Das ist der Punkt, an dem die Kalorienbilanz ausgeglichen ist; also weder eine Zu- noch Abnahme erfolgt).

**leichter Kalorienüberschuss von 10-20 %

Sofern du über mehrere Wochen auf Diät gewesen bist, kann es sein, dass dein Hunger- und Sättigungsgefühl nachhaltig beeinflusst wurde. Viele Athleten berichten davon, wonach sie einfach nicht mehr satt werden, obwohl sie die Diät beendet und die Kalorien erhöht haben. Das liegt ganz einfach daran, dass der Körper versucht auf sein altes Gewicht zurückzukommen (seine Energievorräte nach der Hungersnot neu zu befüllen, um sich für eine weitere solche Periode vorzubereiten).

Nach der Theorie des Set-Points (oder auch: Settling-Points) muss das Körpergewicht langfristig konstant gehalten werden, bis der Körper seinen neuen Gleichgewichtspunkt findet (z.B. hormonelle Anpassung). Kurzfristige und starke Gewichtsfluktuationen (Jojo-Effekt) tragen zum Chaos nur bei, deswegen gibt es klare Richtlinien darüber, wie man eine Diät beenden sollte, wenn man einen Fett-Rebound (zu schnelle Gewichtszunahme in Form von Fett) verhindern möchte.




Diät beenden: Wie?

Wie du deine Diät nicht beenden solltest

(Bildquelle: Flickr / The Pizza Review)

Der Moment wenn … der Pizzabote eine Partypizza liefert und „euch“ noch viel Spaß wünscht – du ihm aber sagst, dass du eigentlich alleine zu Hause bist. (Bildquelle: Flickr / The Pizza Review)

Viele Trainierende blicken dem Ende der Diät sehr euphorisch entgegen und planen schon ein ganzes Bankett, um einen neuen Aufbauzyklus zu zelebrieren.

Das Schlimmste, was du allerdings nach einer Diät machen könntest, ist:

    • die Zufuhr von heute auf morgen um mehrere 1.000 kcal zu steigern (ggf. sogar mit Kalorienüberschuss aka „Von der Diät in den Aufbau in weniger als 24 Stunden“)
    • dieses Mehr an Kalorien hauptsächlich in Form von Kohlenhydraten zuführen (oder noch schlimmer: Junk-Food, welches sowohl fett- als auch kohlenhydratreich ist).
    • Das Kalorienzählen komplett vergessen und nach „Gefühl“ essen (wird nicht funktionieren, da dein hormonelles Gleichgewicht durch die Diät absolut aus dem Ruder gelaufen und dein Körper auf eine Regeneration der Fettspeicher aus ist)

…oder um es einfacher zu formulieren: Das Schlimmste, was du nach der Diät machen kannst, ist zu essen, als gäbe es keinen Morgen mehr. Also genau das, was auch viele Wettkampfathleten nach dem WK machen, wenn sie für Wochen in ein tiefes Loch fallen, bei dem sie sich gehen lassen und in kürzester Zeit 10-15 kg zunehmen.

Ist es psychisch befriedigend? Bis zu einem gewissen Grad schon. Ist es sinnvoll? Auf keinen Fall, denn durch eine solche Praktik sorgst du nur dafür, dass dein Körper die verlorenen Fettreserven auf schnellste Art und Weise wiederaufbaut.

Ausnahme: Wenn sich dein KFA auf einem abnormalen und ungesunden Level befindet (4-6%), dann lass dir gesagt sein, dass ein paar Kilogramm Fett deiner Physis, deinem Stoffwechsel, deiner Gesundheit und deiner Psyche sehr gut tun würden. Hier ist eine Fettzunahme ohnehin kaum zu verhindern, da kein Mensch daraus ausgelegt ist langfristig derart lean zu bleiben.

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Hast du deine Diät dagegen erfolgreich beendet und siehst dich nun mit einem erhöhten Hungergefühl konfrontiert, dann solltest du die Kalorien (und vor allem Gemüse-Kohlenhydrate) schrittweise um 200-300 kcal/Woche – bis zum isokalorischen Wert – erhöhen. („Reverse Dieting“)

Sorge zunächst vor allem dafür, dass das Nahrungsvolumen ansteigt, denn Hunger wird teilweise durch die mechanische Dehnung des Magens beeinflusst – dies lässt sich durch reichlich Gemüse (Ballaststoffe!) bewerkstelligen. Weiterhin tragen Fett und Protein zu einer höheren Sättigungswirkung bei.

Für die meisten ist „genug Protein“ weniger das Problem; die Fettzufuhr dagegen schon – sofern du also einen gezielten Heißhunger auf Fettiges verspürst, kann dies auf einen Nährstoffmangel hinweisen, da einige Fette essenziell sind. Fülle deine Kalorien also auch mit der nötigen Portion an Fetten auf (mindestens 0,8 – 1,0g pro Kilogramm Körpergewicht bei einer Mischkost und bis zu 20-30% der Tageskalorien).

Um zu verhindern, dass du ein Opfer des Jojo-Effekts wirst, solltest du eine Gewichts-Haltephase durchführen, bei der du mindestens 2 Wochen auf dem isokalorischen Niveau bleibst (besser: 3-4 Wochen).

Behalte das isokalorische Niveau bei, wenn du mit deinem Körper zufrieden bist oder erhöhe die Kalorien anschießend etwas, wenn du nun in den Muskelaufbau wechseln willst.

Ein fettfreier Aufbau funktioniert am besten, wenn du deinen Gesamtbedarf ausrechnest und 10 % draufschlägst (als Puffer). Ein größeres Kalorienplus ist nicht vonnöten – siehe auch meinen Artikel „4 Grundregeln für Erfolg in Sachen Fitness & Muskelaufbau“ (Grundregel #1).

Abschließende Worte

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Heißhunger hat zwei Gesichter (und vielleicht sogar noch mehr) und du musst lernen ihn zu unterscheiden.

Heißhunger Typ 1 ist die Folge einer Zuckersucht und einer erlernten Bewältigungsstrategie (von Stress, Langeweile, schlechte Laune, Müdigkeit), ausgelöst durch stark schwankende Blutzuckerspiegel und einen schlechten Metabolismus (schlechte Insulin- und Leptinsensitivität).

Um aus der Falle herauszukommen, musst du deine Ernährung umstellen und dich möglichst unverarbeitet und natürlich ernähren (ggf. auch die Kalorien anpassen) und vor allem lange genug durchhalten, denn das Verlangen wird mit der Zeit schwächer (bis dahin bist du ein klassischer „Zuckerjunkie“).

Heißhunger Typ 2 ist die Folge schwindenden Energievorräten und einer harten Diät bzw. einer unterdurchschnittlichen Kalorienzufuhr (einem zu großen Kaloriendefizit). Je stärker der Kalorienmangel, desto massiver die Heißhungerreaktion des Körpers.

Um aus der Falle herauszukommen, musst du deine Kalorienzufuhr anpassen und das Kaloriendefizit (wenn eine Diät durchgeführt wird) senken. Ein Defizit von 10-20 % vom Gesamtbedarf ist durchhaltbar. Ein Defizit von +50 % dagegen nicht – jedenfalls nicht langfristig.

Erhöhe die Kalorien nach dem Beenden einer Diät niemals schlagartig, sondern schrittweise, um einen Fett-Rebound zu vermeiden. Halte eine mehrwöchige Haltephase ein, damit sich der Körper an das neue Gewicht adaptieren kann. Die Hormonspiegel gleichen sich zeitversetzt an und benötigen etwas Vorlaufzeit, um sich auf alte Werte zu erholen.

Wechsel in den Aufbau mit einem geringen Kalorienplus (max +10%) um möglichst fettfrei aufzubauen und vermeide ausufernde Massephasen, um erst gar nicht monatelange Diäten durchführen zu müssen.

That’s it.

Quellen (Draufklicken zum Ausklappen)

[1]  [1] Thayer, RE. (2001): Calm Energy: How People Regulate Mood with Food and Exercise. Oxford University Press Inc. URL: http://goo.gl/ST43Gx.

[2] Fortuna, JL. (2010): Sweet preference, sugar addiction and the familial history of alcohol dependence: shared neural pathways and genes. In: Journal of Psychoactive Drugs. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20648910.

[3] Mysels, DJ. / Sullivan, MA. (2010): The relationship between opioid and sugar intake: Review of evidence and clinical applications. In: Journal of Opiod Management. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3109725/.

[4] Rada, P. / Avena, NM. / Hoebel, BG. (2005): Daily bingeing on sugar repeatedly releases dopamine in the accumbens shell. In: Neuroscience. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15987666.

[5] Lehrer, J. (2010): How We Decide. Houghton Mifflin Harcourt. URL: http://goo.gl/5FoFS0.

[6] Gendreau, L. (2013): Oreos Are as Addictive as Cocaine: College Study. In: NBC Conneticut. URL: http://www.nbcconnecticut.com/news/local/Oreos-Are-as-Addictive-as-Cocaine-College-Study-227845221.html.

[7] Avena, NM. / Rada, P. / Hoebel, BG. (2007): Evidence for sugar addiction: Behavioral and neurochemical effects of intermittent, excessive sugar intake. In: Neuroscience & Behavorial Reviews. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2235907/.

[8] Cox, D. (2013): Students: just say no to sugar. In: The Guardian. URL: http://www.theguardian.com/education/mortarboard/2013/mar/18/are-students-eating-too-much-sugar.

[9] MacPherson, K. (2008): Sugar can be addictive, Princeton scientist says. In: Princeton University. URL: http://www.princeton.edu/main/news/archive/S22/88/56G31/index.xml?section=topstories.

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